Granitsteinbrüche

Seit Jahrhunderten wird der feine Granit abgebaut. Schön die Römer haben in Oberösterreich Granit für Bauwerke und Grabmäler gebrochen. In der Besiedlungszeit des oberen Mühlviertels nach 1000 werden nur unbehauene Findlinge zum Kirchen- und Burgenbau genutzt.  

Um 1200 finden zum Kirchenbau in St.Martin bereits behauene Steine Verwendung. Nach 1360 erfolgt der Ausbau der Burg Neuhaus. Ab dieser Zeit sind auch die Steinbrüche in Plöcking belegt. 
 
 

 

So wurde zum Bau des Burgfriedes von Neuhaus nachweislich Plöckinger Granit verwendet, das granitene Kleeblattfries mit den Wasserspeiern stammt ebenfalls aus Plöcking. 

Der Name Plöcking weist auf seine Entstehung als Steinbruch hin (Plöcking = bloßliegender, das heißt freiliegender Stein). 

Die Bauhütten der Donauschule verwenden Granit aus Plöcking und zum Bau der Greinburg 1490 wird Baumaterial aus Plöcking geliefert.
 
In der Folge schufen  geschickte Steinmetze zahlreiche Tür-, Tor- und Fenstergewänder,  sowie unzählige Wassergrander, Krautbottiche, Mostpressen, Brunnen, Stufen und Säulen. 
 
Ein Kulturgut des Mühlviertels, die Breitpfeiler finden hier um 1700 ihren Ausgang.
 
Mit der Grundsteinlegung zum Neuen Dom in Linz 1860 wird der Dombaubruch vom Meister Schindlberger eröffnet.
 
Mit dem Aufbau des industriellen Steinbruchbetriebes durch die Brüder August und Eduard Planck ergab sich die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Verbindung zum wichtigsten Verkehrs der damaligen Zeit, der Donau. 
 
 
 

1870-72 wurde die Schmalspurbahn vom Schlagerbruch zur Donau errichtet. Die Feldbahn (heute ein beliebter Wanderweg) mit Bremsberganlage stellt eine technische Meisterleistung der damaligen Zeit dar. 

 
Von den Steinbrüchen erreichte man mit Hilfe einer Gleiswechselanlage die Höhe des Werksgebäudes (Herrenhaus). Von dort führte die Bahn in geringem Gefälle (3-4 %) zum Schloss Neuhaus.
 
 

Die imposanteste technische Anlage der Feldbahn war die zweigleisige Bremsberg-Drahtseilbahn. Das Gefälle vom Schloss Neuhaus zum Landeplatz an der Donau erreichte 50% !
Vom Schloss führte die Bahn über das eigens erbaute Bogenviadukt und den drei Gleiswechselanlagen in geringem Gefälle frei zum Bremshaus. Dort wurde die beladene Lore über eine mächtige, eiserne Bremstrommel (3 m Durchmesser) mit einer leeren Lore am Verladeplatz mittels Drahtseil verbunden. Im Gegenzug wurde so mit Hilfe einer großen Bremswirkung die volle Ladung nach unten und der leere Wagen nach oben befördert. Der Verladekran am Donauufer besorgte die Umladung des Steinmaterials auf das Schiff.
 
Anfänglich wurden die Wagen von Pferden, später von Dieselloks gezogen. Die Feldbahn war bis ca. 1925 in Betrieb.
 
1872 verkaufte die Herrschaft Neuhaus die Brüche an die AG für Straßen- und Brückenbau. 1876 stellte die AG für Straßen- und Brückenbau ihre Geschäftstätigkeit ein und Anton Poschacher führte den Betrieb weiter. 
 
Mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 begann der eigentliche Niedergang des Steinindustrie. Kriegsbedingt war die Bautätigkeit praktisch zum Erliegen gekommen. Nach Kriegsende hatte Poschacher einen schweren Stand. Die vor dem Krieg modernen Betriebseinrichtungen waren veraltet, zum Teil vollkommen unbrauchbar geworden. Viel schlimmer aber war, dass die traditionellen Absatzmärkte Budapest und Preßburg ganz ausgefallen waren. Die in den 30iger Jahren in Schwung gekommene Arbeit erlitt durch den Ausbruch des 2.Weltkrieges einen schweren Rückschlag. Nach Kriegsende war die Natursteinindustrie zerstört, alles musste neu aufgebaut werden. Während die Unternehmen in der amerikanischen Zone bereits in den Jahren 1945-55 investierten, stand in der russischen Besatzungszone die Zeit regelrecht still. Es war weder möglich, Maschinen, Teile oder Betriebsstoffe über die Besatzungszone zur bringen, noch konnten die wenigen Erzeugnisse außerhalb des Mühlviertels verkauft werden.
 
1952 wurde vom veralteten Gleisbetrieb auf LKW-Transport umgestellt. 1955 stellten die Steinmetze von Handarbeit auf Pressluftwerkzeuge um und Hubstapler, Raupen und Bagger wurden eingesetzt. Der Bau des Donaukraftwerkes Aschach (1959-64) gab die Möglichkeit den seit 1941 stillstehenden „Maria Luisenbruch“ wieder aufzumachen. Zum Bau der Autobahnbrücken, Donaukraftwerke und Donaubrücken wurden bis 1980 große Mengen an Sohlenquader und Verkleidungssteinen geliefert. Seit dieser Zeit prägt eine große und sich immer rascher vollziehende Veränderung in Technik, Sortiment und Marketing die letzten Jahre.
 
Die Geschichte der Neuhauser Granitregion finden Sie im 1998 erschienen Buch „Stainbruch Plekhing & In der Zell“, erhältlich am Marktgemeindeamt 4113 St.Martin i.M.