Fundamt

 

Mit der letzten Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes wurden auch einzelne Punkte des Fundrechtes geändert. Dies betrifft vor allem bestimmte Wertgrenzen.

Sie haben etwas gefunden?

Generell ist jeder Finder von verlorenen oder vergessenen Sachen verpflichtet, den Fund unverzüglich bei der zuständigen Fundbehörde abzugeben.

• Als „verloren“ gelten Gegenstände, die versehentlich aus dem Besitz von jemandem gelangen und nicht in den Einflussbereich einer anderen Person kommen (z.B. eine auf der Straße verlorene Geldbörse).

• „Vergessene Gegenstände“ sind solche, die versehentlich aus dem Besitz des Inhabers oder der Inhaberin geraten, jedoch an einem Ort bleiben, der unter Aufsicht einer anderen Person steht (z.B. ein im Zug vergessener Regenschirm).

Zu unterscheiden von verlorenen Gegenständen sind vergessene Dinge. Das sind bewegliche Sachen, die ohne den Willen des Inhabers an einem fremden, unter der Aufsicht eines anderen stehenden Ort zurückgelassen worden und dadurch in fremde Gewahrsame gekommen sind (z.B. in einer Arztordination, Kaufhaus, Gasthaus …). Auch hier darf ein ehrlicher Finder mit einer Belohnung rechnen, allerdings nur mit 5 % des Wertes; bei über € 2.000 hinausgehenden Beträgen sind es 2,5 %.

Fundbehörde:

Zuständige Fundbehörde ist seit 1. Februar 2003 der/die Bürgermeister/in. Die Polizei ist nur mehr Fundbehörde für Schusswaffen, verbotene Waffen, Kriegsmaterial, radioaktive Stoffe oder Schieß- und Sprengmittel. Nur diese Sachen werden von der Polizei auch angenommen bzw. ist deren Fund dort zu melden. Für alle anderen Fundsachen ist der/die Bürgermeister/in zuständig und es sind diese Gegenstände beim Gemeindeamt bzw. Fundamt abzugeben. Ausnahmen von dieser Abgabepflicht bestehen nur dann, wenn die Sache unmittelbar dem/der Eigentümer/in zurückgegeben werden kann oder der Wert weniger als 10 Euro ist, außer es ist erkennbar, dass die Sache für den Verlierer von erheblicher Bedeutung ist (z.B. Schlüssel oder Urkunden).

Die Fundbehörde (im Bezirk Rohrbach die Gemeindeämter) hat sodann zu versuchen, den ursprünglichen Eigentümer ausfindig zu machen, sofern dies möglich ist. Ansonsten ist der Fund aufzubewahren.

Beträgt der Wert des Fundes über 100 Euro (bisher 20 Euro), ist der Fund durch Anschlag an der Amtstafel oder sonst auf ortsübliche Weise bekannt zu machen. Regelmäßig werden aber auch Funde von Gegenständen mit einem geringeren Wert an der Amtstafel angeschlagen.

Wird die Sache innerhalb eines Jahres von niemandem abgeholt, so erwirbt nach den Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches der Finder das Eigentum an der Sache.

Beträgt der Wert des Fundes oder sein Erlös weniger als 100 Euro, verfällt dieser, wenn ihn der Finder nicht innerhalb von 6 Wochen nach Erwerb der Anwartschaft (Ablauf der Jahresfrist) bei der Behörde (Gemeindeamt) abholt. Eine Benachrichtigung über den Ablauf dieser Frist erfolgt für geringwertige Funde nicht.

Dies ist nur für Funde mit einem Wert von über 100 Euro vorgesehen. Diese Funde verfallen, wenn der Finder nicht innerhalb von 2 Monaten nach der Verständigung, dass er den Fundgegenstand abholen kann, diesen abholt. Verfallene Sachen werden nach Möglichkeit nutzbringend verwertet und sonst vernichtet.

Anspruch auf Finderlohn:

Der Finder hat gegenüber jener Person, der ein Fundgegenstand ausgefolgt wird, Anspruch auf Finderlohn und Ersatz des notwendigen und zweckmäßig gemachten Aufwands.

Der Finderlohn beträgt nach dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch

• bei verlorenen Sachen 10 % und

• bei vergessenen Sachen 5 %.

Übersteigt der Wert 2.000 Euro, werden die Prozentsätze halbiert. Kann kein Wert festgestellt werden, ist der Finderlohn individuell festzulegen. Anspruch auf Finderlohn bestehtnicht, wenn

• die Sache von einer Person im Rahmen ihrer privaten oder öffentlichen-rechtlichen Verpflichtung gefunden wurde (z.B. Polizeibeamter).

• der Finder den Fund nicht unverzüglich der zuständigen Fundbehörde abgegeben hat oder

• keine Angaben zum Fundort und zur Fundzeit gemacht wurden.

• Ein Finderlohn kann auch nicht geltend gemacht werden, wenn die vergessene Sache auch sonst ohne Gefährdung wieder erlangt worden wäre.

Für vergrabene, eingemauerte oder sonst verborgene Sachen eines unbekannten Eigentümers, die gefunden werden, gilt sinngemäß dasselbe wie für verlorene Sachen. Bei einem Schatzfund erhalten Finder und Grundeigentümer je die Hälfte.

Wie gehe ich konkret vor, wenn ich etwas verloren habe?

Es gibt viele ehrliche Finder, die gefundene Gegenstände auf ein Fundamt (bei uns Gemeindeamt) bringen. Dort wird der Fund von allen teilnehmenden Fundämtern in der zentralen österreichischen Datenbank erfasst. Fundamt.gv.at wird in acht Landeshauptstädten sowie über 500 Städten und Gemeinden verwendet. Außerdem verwalten die Österreichische Post und die Wiener Linien ihre Fundgegenstände mit dieser Software.

Online suchen:

Auf www.fundamt.gv.at können Sie in der Funddatenbank nach Ihrem Verlustgegenstand suchen. Sie erhalten sofort eine Liste an Funden, die zu Ihrem gesuchten Gegenstand passen. Bei jedem Treffer gibt es ein Informationsblatt mit allen notwendigen Informationen, um das zuständige Fundamt zu kontaktieren.

Es kann passieren, dass Sie sehr viele Treffer erhalten. Geben Sie in diesem Fall zusätzliche Merkmale zu Ihrem Verlust an, um die Ergebnisliste treffsicherer zu machen.

Verlustmeldung erstellen:

Wenn Sie Ihren Gegenstand auch durch die Online-Suche nicht finden, können Sie auf der Trefferseite mit einem Klick auf "Neue Verlustmeldung erstellen" eine Verlustmeldung aufgeben, damit die zuständige Fundbehörde Sie verständigen kann, sobald Ihr gesuchter Gegenstand abgegeben wurde.

Die Servicehotline anrufen:

Die Fundwesen Service-Line 0900 600 200 (€1,36 pro Minute) hilft Ihnen telefonisch bei der Suche von verlorenen Gegenständen und steht rund um die Uhr zur Verfügung.

Sich direkt an ein Fundamt wenden:

Sie finden eine Liste der Fundämter inklusive Kontaktdaten und Anschrift bei HELP.gv.at, dem Amtshelfer des Bundes.

Was tun bei Diebstahl oder Verlust von Dokumenten?

Diebstahlsanzeigen sind bei der Polizei zu erstatten. Für die Ausstellung einer polizeilichen Verlustanzeige (Ersatz von Dokumenten, z.B. Führerschein) kontaktieren Sie bitte ebenfalls die nächstgelegene Polizeidienststelle.

Eine Liste der Fundgegenstände ist an der Amtstafel angeschlagen und auf der Gemeindehomepage unter Fundamt ersichtlich. Fundgegenstände können nach genauer Beschreibung während der Amtsstunden am Marktgemeindeamt St. Martin i. M. abgeholt werden.

Hier gehts zur Online Suche

Kontaktdaten:
Kleebauer Josef
Tel.: +43 7232 2105-14
E-Mail: kleebauer@sankt-martin.at