35 Jahre Tschernobyl

Wann? Freitag, 23. April

Am 26.4.1986 um 1:23:44 kam es im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zur bisher größten Atomkatastrophe in der Geschichte.

Durch eine Reihe von teilweise kriminellen Aktivitäten geriet Reaktor 4 völlig außer Kontrolle. Eine unkontrollierbare Kettenreaktion setzte ein, zerstörte den Reaktor und setzte Unmengen von Radioaktivität in die Umwelt frei und die Geschichte ist auch heute nicht zu Ende! Der Supergau von Tschernobyl setzte in den ersten zehn Tagen 200mal so viel Radioaktivität frei, wie die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki zusammen, darunter Jod 131, das die Schilddrüse schädigt und das langlebige Cäsium 137, mit einer Halbwertszeit von über 30 Jahren.

Die radioaktive Wolke verbreitete sich in der Folge über ganz Europa und speziell in Gegenden, in denen es in den Tagen nach dem Supergau geregnet hat, war die Belastung besonders hoch. Darunter auch weite Teile Österreichs.

„Auch nach 35 Jahren ist noch immer fast die Hälfte des Cäsium 137 in unseren Böden und belastet die Umwelt. Besonders Wildtiere und Pilze sind davon betroffen. Aber offensichtlich denkt heute fast niemand mehr daran, weil man es nicht sehen oder riechen kann, aber es ist da“, so Manfred Doppler weiter. „Der Anteil der Atomenergie liegt heute bei marginalen 2% der Weltenergieverbrauches und kann daher auch keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber diese Technologie hat bei zwei Super-GAUs, vielen Fast-Katastrophen Hundertausende Opfer gefordert, mit dem Atommüll eine Erblast für Hunderttausende Jahre geschaffen und die Geschichte ist nicht zu Ende! Für zwei Prozent der Energie! Ist es das wert?“ so Manfred Doppler abschließend.